Im Revier des Rotmilans

Vorbemerkungen

Einen besonderen Schwerpunkt meiner beruflichen wie ehrenamtlichen Tätigkeit stellt der Rotmilan-Schutz dar. Dabei handelt es sich um einen beeindruckenden Vogel, für den wir alle eine besondere Verantworung inne haben, da er für eine nachhaltige, kleinstrukturierte Landwirtschaft steht, wovon auch die Verbraucher / Konsumenten maßgeblich profitieren.
So stehen im Mittelpunkt der Arbeit u. a. die Entwicklung von Schutzkonzepten, die Erarbeitung von Gutachten, die Erstellung von Raumnutzungsanalysen sowie Lobbyarbeit für den „Roten Drachen“ (englisch: Red Kite).

Der Rotmilan (Milvus milvus) ist ein echter Europäer!

Sein global betrachtet kleines Verbreitungsgebiet erstreckt sich von der Iberischen Halbinsel über Frankreich bis nach Deutschland und Polen sowie Südschweden. Die Hauptverbreitung im Weltmaßstab besitzt der eleganteste heimische Greifvogel in Deutschland. Innerhalb Deutschlands ist die Art im besonderen Maße in Mittel- und Ostdeutschland vertreten. Die höchsten Dichten weltweit werden im nordöstlichen Harzvorland, aber auch in einigen Teilen Hessens erreicht. So kommt es, dass einer der seltensten Vogelarten der Welt in Deutschland vielerorts noch zum alltäglichen Anblick gehört.

Bestand und Gefährdung

Der Weltbestand dieses eindrucksvollen Vogels besteht aus lediglich 20.000 bis 25.000 Paaren, die fast ausschließlich in Europa brüten. In Deutschland leben etwa 10.000 bis 13.000 Paare und somit rund die Hälfte des Weltvorkommens. Aufgrund dieses Verbreitungsbildes ist der Rotmilan im Anhang I der Vogelschutz-Richtlinie der Europäischen Union aufgeführt. Für keine andere Vogelart ist die Verantwortung Deutchlands für den globalen Erhalt so hoch wie für den Rotmilan!
Dabei ist die Art vielfältigen Gefahren ausgesetzt, in erster Linie durch die Intensivierung der Landwirtschaft (u. a. durch Grünlandumbrüche und der „Vermaisung der Landschaft“) sowie durch Umstrukturierungen in der Forstwirtschaft. In den Horstbereichen ist die Art insbesondere auf ältere und störungsarme Buchenaltholzbestände vor allem am Waldrand angewiesen, im Offenland benötigen Milane Flächen, auf denen die Vegetation nicht höher als 30 bis 40 cm wird, um Nahrung (vor allem Mäuse, aber auch Vögel und Aas) aufzunehmen.
Darüber hinaus kann der Bau und Betrieb von Windkraftanlagen zur Problemen für die Art führen, wenn Windparks zu nah an Horsten betrieben werden, primär genutzte Nahrungsgebiete bebaut werden oder aber sich im Bereich von Schlafplätzen Anlagen befinden. Da die Art keine Meidung zeigt, gehören Rotmilane zu den häufigsten Kollisionsopfern in Deutschland. Daher muss eine sorgsame und nachsichtige Standortwahl erfolgen.

Von den 10.000 bis 13.000 Paaren in Deutschland beherbergt Hessen einen Brutbestand von etwa 1.000 bis 1.300 Paaren und damit zehn Prozent des deutschen und fünf Prozent des weltweiten Bestandes. In Hessen weisen der Vogelsberg und Teile Nordhessens im weltweiten Maßstab hohe bis sehr hohe Dichten auf.

Das NABU-Projekt im Vogelsberg

Die NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe mit dem Projekt „Mäuse für den Milan“ setzt sich im mittelhessischen Vogelsberg für den Erhalt der Art ein. Auf 470 Quadratkilometern ermittelt die Stiftung Jahr für Jahr die Bestände und trägt vor allem in den Kernlebensräumen, in denen teilweise sehr hohe Dichten (von über 25 Paaren auf 100 Quadratkilometern) erreicht werden, u. a. durch Flächenankäufe in Horst- und Nahrungsbereichen dazu bei, dass die Bestände erhalten bleiben. Aber auch Kooperationen mit Biohöfen, Waldbesitzern und konventionell arbeitenden Landwirten gehören zu den Inhalten des Projekts.
Weitere Informationen finden Sie unter NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe: Mäuse für den Milan

Damit das Projekt langfristig laufen kann und weitere Flächen angekauft werden können, ist der NABU u. a. auf Spenden angewiesen. Es würde mich freuen, wenn der eine oder andere Besucher dieser Seite unter NABU-Rotmilan-Projekt für die „Roten Drachen“ eine Kleinigkeit spenden würde.

Hier gehts zum Rotmilan-Steckbrief:
Rotmilan-Steckbrief

Hier gehts zu einer Präsentation, in der das Vogelberger Rotmilan-Projekt näher vorgestellt wird:
M. Sommerhage (NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe): „Mäuse für den Milan“ – Das Rotmilan-Projekt im hessischen Vogelsberg – Statusbericht nach rund 1,5 Jahren Projektlaufzeit

Fotostrecke: Rotmilane im Vogelsberg

Zum Vergrößern bitte auf das jeweilige Foto klicken.

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… und als letztes Foto: Rotmilan-Futterstelle im Vogelsberg

Download und kommerzielle Nutzung der Fotos sind ohne die ausdrückliche Zustimmung des Fotografen verboten.

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