Steckbrief Rotmilan

Erkennen

Der Rotmilan – im Jahr 2000 Vogel des Jahres von NABU und LBV – ist ein großer und eindrucksvoller Greifvogel. Seinen Namen hat er vom rostrot gefärbten Federkleid, der Kopf ist hellgrau. Einzigartig ist sein tief gegabelter Schwanz, der ihn von allen anderen Greifvögeln deutlich unterscheidet. Daher wird er im Volksmund auch als Gabelweihe bezeichnet.

Rotmilane bevorzugen Landschaften, in der sich kleinere Wälder, Feldgehölze und Baumreihen als Brutplätze mit ausgedehnten Wiesen- und Ackerflächen zur Nahrungssuche abwechseln. Oft brütet er sozusagen als Grenzgänger am geschützten Waldrand und sucht seine Nahrung in den angrenzenden Wiesen und Äckern.

Nahrung

Rotmilane sind bei ihrer Nahrung Opportunisten, d.h. dass sie sind nicht wählerisch sind und eine Vielzahl von Tieren und Aas verzehren.
Ihr Futter besteht primär aus Kleinsäugern wie Mäusen und Maulwürfen, aber auch aus Vögeln, Aas und Abfällen, anderen Tieren wie Fischen sowie Regenwürmern (vor allem vor der Eiablage des Weibchens).

Oft sieht man Rotmilane – stundenlang – über Straßen kreisen, wo sie überfahrene Tiere auflesen. Im Sommer sieht man sie auf frisch gemähten Wiesen und Feldern, wo sie u. a. mit Weißstörchen auf der Suche nach Mäusen und anderen Kleintieren sind.
Während der Nahrungssuche fliegen Rotmilane meist in einer Höhe zwischen 10 und 200 Metern. Im Spätsommer und Herbst werden regelmäßig auch Flughöhen von bis zu 500 Metern beobachtet – und sogar zur Brutzeit sind 1.000 Meter Flughöhe zu beobachten und keine Seltenheit. Bei den Balzspielen sind Höhen von 50 bis 200 Metern die Regel. Für den Zug, das haben u. a. Telemetrieergebnisse ergeben, wird eine durchschnittliche Flughöhe von 100 bis 300 Metern angegeben.

Geselligkeit?

Vor allem zur Zugzeit und im Winterquartier in Spanien, wo ein großer Teil der Vögel überwintert, sind Rotmilane sehr gesellige Tiere.
Rotmilan-Paare sind in der Regel sehr treu und bleiben ein Leben lang bei ihrem Partner. Außerhalb der Brutzeit, wenn sie kein Revier verteidigen müssen, sind sie gesellig und treffen sich während der Abenddämmerung an Schlafplätzen, wozu u. a. einzelne Baumreihen in der Feldflur zählen. Doch nicht alle Paare brüten jedes Jahr. Zu Brutausfällen kann es kommen, wenn z.B. nicht genügend Nahrung vorhanden ist, kein geeigneter Horst gefunden werden kann. Wichtig für den Erhalt der Art ist daher eine gute Reproduktionsrate von möglichst 2 flüggen Jungvögeln.

Im Horstbereich

Ein Rotmilan brütet in einem Horst. Die erwachsenen Rotmilane brüten in einem Horst, den sie gerne wiederholt nutzen. Dieses Nest wird in jeder Brutsaison weiter ausbaut und dabei oft mit allerlei Unrat „verziert“. Es wurden schon Stofffetzen, Absperrbänder, Plastiktüten und gar Arbeitshandschuhe im Nest festgestellt. Diese „Dekoration“ macht einen Rotmilan-Horst unverwechselbar, so dass sich Horstsuchen in der unbelaubten Zeit anbieten.

Wie alt wird ein Rotmilan?

Der älteste in Freiheit gefundene Vogel ist 29 Jahre alt gewesen. In Gefangenschaft werden sie 30 Jahre und älter.

Rotmilan-Fakten

Lateinischer Name: Milvus milvus
Größe: 60 – 70 cm
Gewicht: 800 – 1200 g bei Männchen, 900 – 1400 g bei Weibchen
Flügelspannweite: 150 – 175 cm
Enge Verwandte: Schwarzmilan

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